Viehscheid

Für mich ist Viehscheid ein Festtag. Seit ich denken kann waren sowohl der Almauftrieb wie auch der Abtrieb, also der Viehscheid, immer eine sehr emotionale Angelegenheit. Wie sehr wir doch mit den Tieren verbunden sind, merkt man beim Viehscheid, wenn die Herden mit ohrenbetäubenden Glocken- und Schellengeläut, dampfend und stampfend mit geballten Energien ins Tal ziehen. Das ist Gänsehautfeeling und auch manchmal mit einem Tränchen verbunden. Die vielen Menschen, die Jahr für Jahr ins Allgäu kommen, um die „ Sommerfrischler der Alpen“ zu empfangen, spüren wie viel positive Schwingung und Freude die Tiere uns vermitteln. Und wenn dann auch noch ein Kranzrind dabei ist – was bedeutet dass alle Tiere einer Alpe gesund wieder nach Hause kommen – das meistens genauso stolz wie sein Hirte den Zug anführt, dann schlagen viele Herzen der Zuschauer höher. Natürlich sind die Landwirte und Besitzer der Kühe und Kälber, manchmal sind auch Esel und Ziegen mit dabei, glücklich ihr lebendes Inventar wieder im Stall zu haben.

Eine Kuh stärkt die Kräfte unserer Herzens. Sie nährt uns ohne Wertung und Beurteilung. Eine Kuh  führt uns auf unsere inneren Weiden, wo wir das was wir erlebt haben verdauen und verwerten können. Sie lehrt uns Ruhe, Geduld und Ausdauer.

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